Kunst für die Nachbarn

 
 


 

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Im Projekt “2-3 Straßen” konnten rund 80 Menschen in Dortmund, Mülheim und Duisburg ein Jahr mietfrei wohnen. Bedingung: Sie sollten die Problemviertel, in denen sie wohnten, durch Kunstaktionen positiv verändern.‎

Das Projekt zählt zu den Veranstaltungen in der Kulturhauptstadt
RUHR.2010. Die Projektteilnehmer versuchten, die Nachbarschaft durch kleine Kunstaktionen aus den Wohnungen zu locken und zusammenzubringen. Dafür durften sie in einigen Häusern im Dortmunder Norden, einem sozialen Brennpunkt des Ruhrgebiets, ein Jahr lang mietfrei wohnen.

Der Initiator des Projekts ist der deutsche Künstler Jochen Gerz. Teilnehmende Künstler waren zum Beispiel Studenten wie Ralf Orendi mit seiner Aktion “Wohnzimmertheater”: Statt auf einer Bühne traten die Laiendarsteller in den Wohnzimmern der Anwohner auf. Eine Anwohnerin ist der Meinung, dass sich das Projekt im Alltag auf zwischenmenschlicher Ebene bemerkbar macht: Im Jahr 2010 hatte sie weniger Sorgen, wenn ihr kleiner Sohn alleine im Hof spielte. Ob Straßenfeste oder eine Fahrradwerkstatt für Kinder – plötzlich waren ständig Leute da, die sie kannte. Mit einigen Nachbarn hatte sie auf einmal einen viel intensiveren Kontakt als zuvor.

 Der Medienrummel um das Projekt war vor allem zu Beginn groß. Einige erwarteten, dass das Kunstprojekt die Problemviertel komplett umkrempeln würde. Ein etwas unrealistischer Wunsch, finden andere. Trotzdem sind die Teilnehmer vom Erfolg ihrer Arbeit überzeugt und möchten weitere Projekte in die Tat umsetzen.

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