Wenn nichts mehr geht

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Der Winter hat uns fest im Griff: Die Züge fahren nicht mehr regelmäßig, Flughäfen werden gesperrt, unsere gesamte Planung gerät ins Wanken. Für viele ist dies eine Katastrophe. Doch das Chaos hat auch eine gute Seite.‎

 Wir denken oft, wir hätten mit unserer modernen Technik alles im Griff. So fliegen wir mal eben für ein Meeting nach London, sind bestens organisiert und immer erreichbar – bis uns plötzlich die Natur einen Strich durch die Rechnung macht und selbst die modernste Technik an ihre Grenzen stößt.

 Im April 2010 hatte die isländische Vulkanasche ganz Europa ins Chaos gestürzt. Für mehrere Tage saßen tausende Reisende an den Flughäfen fest. Ob Wintereinbruch oder Vulkanausbruch – muss es immer eine Katastrophe sein? “Nein”, sagt Zeitforscher Karlheinz Geißler. Er erklärt: “Schauen Sie nur in die Werbung. Dort wird uns ständig versprochen, dass alles noch einen Tick schneller geht. Aber die Natur hat einen anderen Rhythmus.”

 Doch viele lernen, sich mit der Natur zu arrangieren. Wer kann, lässt sein Auto stehen. Nicht notwendige Reisen werden abgesagt. Was eben noch Priorität hatte, ist plötzlich unwichtig – weil es nicht erreichbar ist. Und so hat die neu entdeckte Langsamkeit auch ihr Gutes: Plötzlich bleibt wieder Zeit, um in Ruhe Musik zu hören oder ein gutes Buch zu lesen. Wir sollten die Zwangspause
genießen. Denn ewig wird das winterliche Wetter auch nicht dauern und die nächste Stressphase kommt bestimmt.

 
 

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